1 Minute
Nicht „lebenslänglich“ für Kinder und Eltern
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert die jüngsten Vorschläge von CDU-Generalsekretär Roland Pofalla, nach denen Eltern künftig auch für über 25-jährige Kinder unterhaltspflichtig sein und Kinder für ihre arbeitslose Eltern Unterhalt zahlen sollen. „Die Familie, als lebendige, dauerhafte Keimzelle unserer Gesellschaft, darf von dieser nicht als lebenslanger Lastesel missbraucht werden“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler am Mittag in Düsseldorf. „Der Staat darf seine Pflichten nicht auf Kinder von ohnehin Benachteiligten abwälzen.“
Mit solchen Ideen stehle sich der Staat nicht nur aus der Verantwortung, sondern bestrafe Familien gleich doppelt. Auf der einen Seite werde Eltern, die durch Erziehung einen Beitrag zur Stabilität und Weiterentwicklung der Gesellschaft geleistet haben, in Notsituation zugemutet, sich diesen Beitrag von den Kindern zurückzuholen. Dem Nachwuchs werde andererseits aufgebürdet, durch Beiträge wie Steuern, Leistungen des Staates für Kinderlose und andere Bedürftige solidarisch zu finanzieren und obendrein die eigenen Eltern zu unterstützen, denen der Staat die Leistung verweigert.
„Besonders fatal wäre das für junge Erwachsene, die sich aus einem Milieu der Arbeitslosigkeit und aus sozialen Brennpunkten regelrecht herausgearbeitet haben. Sie würden zurückgeworfen, weil ihnen die Verantwortung der Gesellschaft für die arbeitslosen Eltern aufgebürdet würde.“ Erfolgreiche Anstrengungen der Jugendberufshilfe für die soziale Integration benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener würden damit konterkariert, erklärt Tänzler. Er fordert die Regierungsparteien auf, die Pofalla-Vorschläge nicht aufzugreifen und eine Politik mit sozialem Augenmaß zu verfolgen.
Quelle: www.bdkj.de